Fachbegriffe der DNA-Analyse

A

Allel
Eine mögliche Ausprägung einer DNA-Sequenz an einem bestimmten Ort im Chromosom wird als Allel bezeichnet. Jeder Mensch erbt jeweils ein Allel von Mutter und Vater. Er besitzt in seinen Zellen auf den paarweise vorhandenen Chromosomen an einem bestimmten Genort entweder zwei unterschiedliche oder aber zwei gleiche Allele eines betreffenden Gens.

C

Chromosom
Im Kern einer menschlichen Körperzelle befinden sich 23 Chromosomenpaare. Eines der Paare sind die Geschlechtschromosomen XX und XY. Jedes Chromosom enthält einen fortlaufenden DNA-Doppelstrang.

CPI (kombinierter Paternitätsindex)
Der kombinierte Paternitätsindex (CPI) wird durch Multiplikation der PI's von n ungekoppelten Markernberechnet. Er beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass ein getesteter Mann eher der biologische Vater des Kindes ist, als ein zufällig gewählter, unverwandter Mann.
Ein kombinierter Paternitätsindex von 1.000 gibt beispielsweise an, dass es 1000-mal wahrscheinlicher ist, dass der getestete Mann der biologische Vater ist, als ein zufällig ausgewählter unverwandter Mann.

D

DNA (Desoxyribonukleinsäure)
Die DNA enthält die Erbinformation einer Zelle. Das DNA-Molekül besteht aus Phosphat und Zucker sowie vier verschiedenen Basen: Adenin, Thymin, Cytosin und Guanin. Zwei Nukleotidstränge lagern aneinander und sind wendeltreppenartig miteinander verdrillt. Jeweils zwei Basen liegen sich in dieser "Wendeltreppe" immer gegenüber: A und T und C und G.

G

Gelelektrophorese
Mit Hilfe eines elektrischen Feldes werden die negativ geladenen DNA-Moleküle durch eine Matrix aus Gel "gezogen". Die kleineren DNA-Moleküle können sich dabei schneller durch das Gel bewegen. Somit wird eine Auftrennung der Stränge nach ihrer Größe ermöglicht.

Gen
Ein Gen ist ein bestimmtes, zusammenhängendes Teilstück der DNA. Es enthält biologische Information zum Aufbau von Proteinen und damit zur Ausprägung von Körpermerkmalen.

Genom
Als Genom wird die Gesamtheit aller Gene des Menschen (ca. 50.000 einzelne Gene - ca. 3 Milliarden Basenpaare) bezeichnet.

Genort
ist eine definierte Stelle des Genoms.

 

M

Marker
Als Marker werden spezielle DNA-Regionen bezeichnet, die zum Beispiel im Rahmen von Vaterschaftstests analysiert werden.

Mutation
Eine Mutation ist eine sehr selten vorkommende Veränderung des Erbgutes. Mutationen, die in den DNA-Regionen auftreten, die bei Vaterschaftsanalysen betrachtet werden, haben keinerlei Folgen für den Organismus, werden jedoch bei der Berechung der Vaterschaftswahrscheinlichkeit im Rahmen der Vorschriften für Abstammungsgutachten berücksichtigt.

N

Nukleotid
Ein Nukleotid besteht aus einer Base (Adenin, Cytosin, Guanin oder Thymin), welche jeweils mit einem Zuckermolekül und einem Phosphorsäuremolekül verknüpft ist. Es gibt vier verschiedene Bausteine dieser Art.

P

PI (Paternitätsindex)
Der Paternitätsindex PI beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Allel des Kindes die Annahme unterstützt, dass ein getesteter Mann eher der biologische Vater des Kindes ist, als ein zufällig gewählter, unverwandter Mann.

PCR (Polymerase-Kettenreaktion)
ist ein Verfahren, mit dem sich ein DNA-Molekül millionenfach vermehren lässt. Dazu werden die beiden Stränge der DNA-Doppelhelix aufgespalten und Polymerase (ein Enzym, das DNA-Moleküle aufbaut) zugesetzt. Unter bestimmten Reaktionsbedingungen wird nun zu jedem DNA-Einzelstrang ein neuer Gegenstrang gebildet. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die gewünschte Menge DNA vorhanden ist.

V

Vaterschaftswahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit entspricht der Sicherheit (in Prozent), mit der die Vaterschaft zwischen der eingesendeten Probe "Vater" und der eingesendeten Probe "Kind" bestätigt werden kann.